Die Landeshauptstadt Hannover hat mit dem Kleingartenentwicklungskonzept 2026+ (KEK26+) die Weichen für die nächsten zehn Jahre gestellt. Während die Stadtverwaltung betont, das Konzept diene der langfristigen Sicherung und ökologischen Aufwertung der Flächen, bereiten uns die konkreten Details sowie die Art der Kommunikation große Sorgen.

Hintergrund des KEK26+

Das neue Konzept ist die Fortschreibung des Ende 2025 ausgelaufenen Kleingartenkonzepts 2016-2025. Es sieht vor, den Bestand an Kleingärten einerseits zu sichern, andererseits aber auch Flächen für den dringenden Wohnungsbau umzunutzen. Stadtweit sind hiervon vier Standorte mit insgesamt 29,06 ha und 648 Parzellen betroffen.

Pläne zur Nachverdichtung in unserem Verein

Ein zentraler Baustein des KEK26+ ist die sogenannte interne Nachverdichtung. Laut der städtischen Analyse gibt es in unserem Bereich ein rechnerisches Potential für 40 neue Parzellen. Dies soll vorrangig durch die Teilung von Gärten erreicht werden, die größer als 500 m² sind.

Entschädigung und Ersatzland

Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, für wegfallende Gärten Ersatzland bereitzustellen und die Pächter finanziell zu entschädigen. Aktuell wird ein pauschaler Wert von 6.000 € für das Inventar sowie ggf. eine immaterielle Entschädigung von 2.500 € genannt. Die Kosten für die Herstellung eines neuen Ersatzgartens werden von der Stadt auf rund 38.500 € geschätzt.

Der Vorstand nimmt hierzu wie folgt Stellung:

  • Informationsfluss: Wir bedauern zutiefst, dass wir von diesen weitreichenden Plänen erst aus den Medien erfahren haben. Eine frühzeitige Einbindung durch den Bezirksverband, der laut Konzept eng mit der Stadt zusammengearbeitet hat, blieb leider aus.

  • Technische Hürden: Das KEK26+ sieht zwar Investitionen in die Infrastruktur vor, geht aber nicht auf die spezifischen Probleme vor Ort ein. Unsere Stromversorgungsanlage arbeitet bereits jetzt am Limit. Eine Erweiterung um zusätzliche Parzellen ist ohne eine komplette und kostspielige Erneuerung des Netzes technisch nicht umsetzbar.

  • Interessen der Pächter: Viele unserer Mitglieder bewirtschaften ihre Gärten seit Jahrzehnten. Die Forderung, gewachsene Strukturen aufzugeben, stößt verständlicherweise auf massiven Widerstand.

Wie geht es weiter?

Wir werden das Gespräch mit dem Bezirksverband suchen, um Klarheit über die Umsetzung und die Finanzierung der notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zu erhalten. Zudem weisen wir auf die aktuelle Petition “Stoppt das KEK26+ – Rettet Hannovers Kleingärten!” hin, die sich gegen die Zerstörung gewachsener Gartenstrukturen richtet.

Wir halten euch über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Der Vorstand